Donnerstag, 8. März 2007

Erregierter kleiner Mozart

Auch wenn das Mozartjahr vorbei ist, so kann, nein darf ich euch diese Meldung nicht entgehen lassen. Sie stammt aus dem heutigen News-Ticker und von dpa.

Meldung vom 2007-03-08 11:06
Dauer-Erektion beschert Leguan «Mozart» reichlich Nachwuchs


Brüssel/Antwerpen (dpa) - Der Leguan «Mozart» aus Antwerpen, dessen Dauer-Erektion im Januar internationales Aufsehen erregte, erwartet reichlich Nachwuchs. Bevor ein Tierarzt der Echse das entzündete Geschlechtsorgan vor sechs Wochen abnahm, hatte der Leguan noch alle vier Weibchen im Wasserzoo der belgischen Stadt befruchtet. Eines habe bereits 47 Eier gelegt, die anderen seien hochschwanger, berichteten flämische Medien am Donnerstag.

Tierpfleger Peter Van Genechten machte «Mozarts» eifriges
Paarungsverhalten dafür verantwortlich, dass er einen seiner beiden Penisse verletzte. Seit der Amputation hielten die Weibchen Abstand. «Wir fürchteten schon, dass sie ihn mit nur einem Penis weniger männlich fanden», sagte Wasserzoo-Manager Jurgen Haes der Zeitung «Het Laatste Nieuws». Der wahre Grund sei aber ihre Schwangerschaft.
«Mozart kann derzeit mit keinem einzigen Weibchen Sex haben, deshalb schmiegt er sich dicht an unsere Schildkröten an», sagte Haes. «Hoffen wir, dass er seinen Penis da nicht verletzt.»

Die weibliche Echse «Truus» verscharrte den Angaben zufolge 47 Eier in 15 Zentimetern Tiefe. Normal sei ein Gelege von 20 bis 40 Eiern, die etwa zwei bis drei Zentimeter Durchmesser haben und
braunen Schokoladentrüffeln ähneln. Je nach Temperatur schlüpfen die kleinen Leguane nach 65 bis 110 Tagen.

Mittwoch, 21. Februar 2007

Zitat des Tages

"Während wir in Vilshofen sind, findet in Passau das Requiem statt, wo der Leichnam seinen eigenen Nachruf sprechen darf."

(Der bayerische SPD-Chef Ludwig Stiegler über den scheidenden CSU- Chef Edmund Stoiber und dessen Rede in Passau.)

Samstag, 17. Februar 2007

Nächtliche Internationale

Ach ja, eine Sache wollte ich euch schon erzählen. Gestern fand im ersten Stock meines Hauses eine lautstarke Party statt. Ich bin ja bekanntlich nicht wirklich lärmempfindlich, aber die waren schon sehr laut - vor allem auch nach Mitternacht. Aber das ist eigentlich eine andere Geschichte.
Ich sitze auf jeden Fall ganz unschuldig am Wohnzimmertisch und beschäftige mich kurz vor 1 Uhr in der Früh mit meiner Diplomarbeit. Auf einmal erklingt ein Klavier. Bekannte Töne...Ihr kennt das sicherlich, man überlegt in einem Bruchteil einer Sekunde, welche Lied das ist. Und da die vierte/fünfte Note. Ich weiß es!! Ein Lächeln huscht über mein Gesicht. Genossen, die Internationale erklingt. Und ich höre vom 1. bis hinauf zum 5. Stock jedes Wort mit - unglaublich. Selbstverständlich alle drei Strophen gesungen.
Ich frage mich jetzt nur, welcher Partei die angehören. Hier in Berlin habe ich ja auch immer wieder die schlimme Befürchtung, dass die der sogenannten Linke - PDS angehören. Und das in meinem Haus?? EIn Skandal. Ich werde mich mal in der nächsten Zeit darum kümmern und die Sache aufklären

Februar und die guten Vorsätze

Kaum hat der Februar begonnen, schleicht sich schon wieder der Lenz ein. Die guten Vorsätze vom Anfang des Jahres erscheinen wieder so fern. Ich bin im Stress. Okay, wann bin ich das nicht, aber diesmal ist es wirklich so. Ich hatte die ganze erste Februarwoche frei und habe jeden Tag intensiv an meiner Diplomarbeit gearbeitet. Es geht mit großen Schritten in die richtige Richtung.
Da bleibt naturgemäß nicht viel Zeit für andere Dinge und so gibt es relativ wenig von uns zu erzählen. Oder wollt ihr wirklich lesen, wie ich nebenbei mit meiner ersten richtigen Steuererklärung herumschlage? Das deutsche Steuerrecht ist wirklich ein Mysterium, das man einfach nie verstehen kann.

Montag, 5. Februar 2007

Buchbesprechung: "Reisebericht eines T-Shirts"

reiseberichtt-shirtWie kommt ein gewöhnliches T-Shirt in die Regale, was passiert, nachdem man es nach Jahren in die Altkleidersammlung geworfen hat?
An diesen zwei Fragen hängt Pietra Rivoli ihren „Reisebericht eines T-Shirts“ auf. Angeregt von einer Studentendemonstration gegen die Ausbeutung von Arbeitern in der Textilbranche, begibt sich die Washingtoner Wirtschaftsprofessorin an die einzelnen Produktionsstätten eines T-Shirts und erklärt auf sehr konkrete Weise, wie der Markt funktioniert. Kritisch beleuchtet sie Arbeitsbedingungen, politische Entscheidungen und den globalen Handel. Sie kommt dabei zu dem Schluss, dass Gewerkschaftsbewegungen von elementarer Bedeutung für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen sind. Das wahre Übel, so zeigt sie an verschiedenen Beispielen auf, ist nicht der freie Markt, sondern ist die Politik, die mit unzähligen Handelsbarrieren versucht die heimische Wirtschaft zu schützen. Dieses Lochstopfen im Damm rettet keineswegs die eigene Textilbranche, sondern fördert indirekt sogar den Abzug von Arbeitsplätzen.
Allerdings gibt auch sie zu, dass sich die texanischen Baumwollfarmen nur durch Subventionen, Ausbeutung von Sklaven, hohen Schutzzöllen und einer engen Verzahnung zwischen Unternehmen und öffentlicher Forschung zu der absoluten Weltmacht im Baumwollhandel emporarbeiten konnten.
Den einzigen freien Markt entdeckte Rivoli nur in Tansania. Hier wird mit den Second-Hand-Kleidern ein reger Handel betrieben. Jeder kann an diesem Geschäft teilhaben und so seinen Lebensunterhalt finanzieren. Die Autorin widerlegt auf sehr eindruckvolle Art und Weise die weitläufige Ansicht, dass dieser Textilhandel mit Afrika eine weitere Ausbeutung durch die Industriestaaten bedeutet. Vielmehr ist er eine Chance für die Menschen vor Ort, langsam auch an Wohlstand zu gewinnen.

Ja, man muss das Buch mit Vorsicht genießen. Manchmal schwärmt Rivoli zu sehr vom freien Handel und lässt die teilweise prekären Arbeitssituationen außer Acht. Richtig ist jedoch ihre Theorie, dass das Wachstum der Textilbranche so wie in England des 18./19. Jahrhunderts, später in den USA, Japan, China und heute in Vietnam, Kambodscha oder Pakistan immer der Beginn einer Industrialisierung und von Wohlstand war und ist. Auch haben sich generell die Arbeitsbedingungen verbessert. Heute kommen Todesfälle in Textilunternehmen wesentlich seltener vor, als noch um 1900. Das darf jedoch nicht dazu führen, dass man sich bequem zurücklehnt – noch ist auf diesem Gebiet viel zu tun. Interessant finde ich den Ansatz, dass Politik in diesem Wirtschaftsbereich oftmals gut gemeinte Schutzbarrieren aufstellt, die letztlich zum Nachteil für alle sind. Ich würde dies zwar nicht generalisierend auf alle Branchen ausweiten, aber man kann sicherlich einige Beispiele dafür anführen - siehe Landwirtschaft.

Fazit: gut zu lesen, viele Details (besonders über die amerikanische Textilindustrie), nachvollziehbare Gedankengänge -> empfehlenswert!

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Sonntag, 4. Februar 2007

Skandalzunge à la Angie

Einen echten Skandal habe ich in der Berliner Zeitung vom Wochenende entdeckt. Auf Seite 20 findet man folgende weltberühmte Zunge als "Angie"-Brosche mit Bayern-Raute. HALLO!?! Gehts noch? Das ist Missbrauch von den rollenden Steine. Ich bitte dringend meinen lieben Onkel persönlich gegen diese Verschandelung der Zunge vorzugehen. Ein Skandal!!

Skandalzunge à la Angie
aus der Berliner Zeitung vom 3.2.2007

Freitag, 2. Februar 2007

Magdeburg-Bilder online

Die Bilder unserer Magdeburg-Fahrt sind nun endlich online und können in der neuen Bildergalerie angeschaut werden.
bilder.pumberger.org

Dienstag, 30. Januar 2007

Magdeburg – eine vergangene Schönheit

Wir haben uns für das neue Jahr fest vorgenommen, mehr von Berlin und der näheren Umgebung kennenzulernen. Am Sonntag in der Früh haben wir dieses Vorhaben in die Tat umgesetzt. Bereits um Viertel vor 7 mussten wir aufstehen, denn kurz nach 8 fuhr unser Zug vom Hauptbahnhof ab. Unser Ziel war Magdeburg, die sachsen-anhaltinische Landeshauptstadt ungefähr 1 ½ Stunden von Berlin entfernt. Die Deutsche Bahn bietet am Wochenende ein vergünstigtes Ticket an, wodurch wir für hin und zurück insgesamt nur 33 Euro zahlen mussten – das Auto wäre auf jeden Fall teurer gewesen.
Magdeburg ist keine Stadt, in die man zwangsläufig reist. Weder ein großer Verkehrsknotenpunkt, noch größer Industrie befindet sich vor Ort. Die Innenstadt wurde im Zweiten Weltkrieg zu rund 98 Prozent zerstört und nicht mehr wiederaufgebaut. Hohe Arbeitslosigkeit bestimmt auch hier das Leben der Menschen, der Anteil an Rechtsradikalen hat der Stadt traurige Berühmtheit verschafft. Umso verwundert waren auch einige, denen wir im Vorfeld von unserer Kurzreise erzählt haben.
Magdeburg ist aber auch einer über 1200 Jahre alte Stadt, die einst das „dritte Rom“ genannt wurde. Oft musste die Stadt Zerstörungen durch Kriege und Katastrophe hinnehmen. Der Dreißigjährige Krieg, ein fruchtbares Feuer im 17. Jahrhundert und der Zweite Weltkrieg markieren sicherlich die traurigen Höhepunkte.

Der Regioexpress zuckelte gemächlich durch die leicht verschneite Landschaft Brandenburgs – für uns eine willkommene Gelegenheit noch ein wenig Schlaf nachzuholen. Nach der Ankunft im äußerlich schönen Hauptbahnhof von Magdeburg begannen wir sogleich mit unserer Erkundungstour. Eines fällt einem sofort auf: Es gibt hier unzählige Einkaufscenter und zwar mitten in der Innenstadt. Einkaufen ist also überhaupt kein Problem, allerdings verleiht das einer Stadt nicht unbedingt einen besonderen Charme, wenn ein modernes Center neben dem anderen steht. Dazwischen findet man riesige Wohnblöcke, teils verkommene Gebäude und versprenkelte Versuche die alte Bausubstanz zumindest ansatzweise wiederherzustellen. Ein Beispiel dafür ist das Magdeburger Rathaus am Alten Markt. Die Vorderfassade ist der Ursprünglichen zumindest nachempfunden, seitlich und dahinter findet man jedoch einen typischen – wenn auch renovierten – DDR-Zweckbau.
Auch die zahlreichen Kirchen der Stadt konnte und wollte man nicht mehr wieder vollständig rekonstruieren. Die schöne Johanneskirche wurde zum Beispiel zu einer Mehrzweckhalle umgebaut – sehr geschmackvoll. Ansonsten ist es bei den Kirchen wie im restlichen Ostdeutschland: Keine ist offen.
Nach einem Rundgang bei eisigem Wind gingen wir den Breiten Weg entlang bis zu einem der größeren Einkaufscenter. Ein Paar Schuhe und Handschuhe waren unsere Ausbeute. Der Breite Weg war einst eine wundervolle Barockstraße – ein, zwei Häuser zeugen noch von der früheren Schönheit. Besonders hervorzuheben ist die Hauptpost von Magdeburg, die eine wunderschöne Vorderfassade hat.
Seit 2005 ist Magdeburg um eine weitere einzigartige Sehenswürdigkeit reicher: Ein rosa Hundertwasserhaus. Diese Weltneuheit versucht die Stadt natürlich berühmt zu präsentieren. Wir schlenderten durch die Höfe des Gebäudes und nach einem kurzen Abstecher in der Stiftskirche St. Sebastian, machten wir uns auf in Richtung Dom – das Wahrzeichen der Stadt. Der Dom ist auch tatsächlich das Highlight der Stadt. Vor über tausend Jahren wurde bereits an der Stelle eine Kirche errichtet, von der allerdings nur noch die Grundmauern erhalten geblieben sind. Seit dem 13. Jahrhundert wurde an dem nun stehenden Bauwerk gearbeitet. Wir machten einen ausgedehnten Rundgang, besuchten das Grab von Otto I. und wanderten weiter zum ehemaligen Kloster Unser Lieben Frauen mit einem sehr schönen Rundgang.
Es ist in diesem Winter schwer zu glauben, aber es war wirklich sehr, sehr kalt. Tolles Wetter, viel Sonne, aber auch ein heftiger Wind führten dazu, dass wir ins Café des Hundertwasserhauses einfielen. Nach einer schönen Aufwärmpause gingen wir wieder langsam zurück zum Bahnhof und fuhren zurück nach Berlin.

Es war wichtig mal Magdeburg gesehen zu haben. Die Stadt ist einen Besuch wert; die vergangene Schönheit war streckenweise zu erkennen, aber die Zukunft Deutschlands wird nicht dort stattfinden.

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Zuletzt aktualisiert: 17. November, 02:01


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