Berichterstattung
Gestern habe ich auf mehreren Sendern Nachrichten gezappt und immer wieder kam das Thema auf die gestrige Gedenkveranstaltung in DT in Berlin anlässlich der 60-jährigen Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz.
Mich stört bei der Berichterstattung, dass immer gesagt wird, dass in Auschwitz bis zu 1,6 Millionen ermordet wurden. Diese Zahl stimmt, aber man sollte gleichzeitig betonen, dass es mindestens 1,1 Millionen waren. Sonst bekommen vielleicht manche den Eindruck, dass man das alles nur so wage weiß und vielleicht war ja alles nicht so schlimm, wie behauptet wird.
Vor allem warum weiß man keine genaue Zahlen? Weil Beweisspuren von den Tätern gründlich vernichtet wurden!
Dieses Thema lässt mich einfach nicht mehr los. Seit einem knappen Jahr lese ich privat ein Buch nach dem anderen über Auschwitz und kann es doch nicht erfassen.
Ich sehe gerade vor mir ein Bild der Boger-Schaukel, mit der Menschen im Stammlager gefoltert wurden, und die Peter Weiss in seinen Essay "Meine Ortschaft" (übrigens sehr zu empfehlen) eingebaut hat. Morgen sind es 60 Jahre. Der 27. Januar 1945. Die Rote Armee kam. Sie waren alle viel zu spät. 7000 waren nur noch da. Viele starben auch noch nach der Befreiung. Wo waren die anderen Opfer? Tot. Vergast. Verschleppt. Auf den Todesmärschen. Es dauerte für manche noch so unendlich lange.
Und danach?








