soeben gelesen...
Eine Tochter trifft ihre hoch betagte Mutter, die sie im Alter von vier Jahren verlassen hatte, um in Himmlers SS als KZ-Aufseherin einzutreten, das erste Mal seit 27 Jahren.
Dies ist die Rahmengeschichte für eines der besten Bücher, das ich zu diesem Thema jemals gelesen habe. Auf 175 Seiten beschreibt Helga Schneider, eine Österreicherin, die in Berlin den Krieg überlebte und heute in Italien lebt, in einer sehr emotionalen und berührenden Art das Treffen mit ihrer Mutter, die sie seit 1945 genau ein Mal gesehen hatte.
Die Mutter befindet sich in einem Seniorenheim am Stadtrand von Wien, ist nach wie vor durch und durch von nationalsozialistischem Gedankengut beeinflusst, und trotzdem versucht Helga Schneider mit ihr ins Gespräch zu kommen. Obwohl sie teilweise dabei scheitert, schafft sie trotz der unüberbrückbaren Differenzen eine gewisse Nähe zu diesem "fremden" Menschen aufzubauen. Die Schilderungen der Mutter gehen wirklich sehr unter die Haut (Wie kann man so menschenverachtend denken und derartige Gräueltaten Menschen antun?), werden aber von der Autorin mit Auszügen aus wissenschaftlicher Literatur verglichen und richtig gestellt.
Ein absoluter Lesetipp!
Link:
Helga Schneider - "Lass mich gehen"








