kulturtipp

Montag, 5. Februar 2007

Buchbesprechung: "Reisebericht eines T-Shirts"

reiseberichtt-shirtWie kommt ein gewöhnliches T-Shirt in die Regale, was passiert, nachdem man es nach Jahren in die Altkleidersammlung geworfen hat?
An diesen zwei Fragen hängt Pietra Rivoli ihren „Reisebericht eines T-Shirts“ auf. Angeregt von einer Studentendemonstration gegen die Ausbeutung von Arbeitern in der Textilbranche, begibt sich die Washingtoner Wirtschaftsprofessorin an die einzelnen Produktionsstätten eines T-Shirts und erklärt auf sehr konkrete Weise, wie der Markt funktioniert. Kritisch beleuchtet sie Arbeitsbedingungen, politische Entscheidungen und den globalen Handel. Sie kommt dabei zu dem Schluss, dass Gewerkschaftsbewegungen von elementarer Bedeutung für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen sind. Das wahre Übel, so zeigt sie an verschiedenen Beispielen auf, ist nicht der freie Markt, sondern ist die Politik, die mit unzähligen Handelsbarrieren versucht die heimische Wirtschaft zu schützen. Dieses Lochstopfen im Damm rettet keineswegs die eigene Textilbranche, sondern fördert indirekt sogar den Abzug von Arbeitsplätzen.
Allerdings gibt auch sie zu, dass sich die texanischen Baumwollfarmen nur durch Subventionen, Ausbeutung von Sklaven, hohen Schutzzöllen und einer engen Verzahnung zwischen Unternehmen und öffentlicher Forschung zu der absoluten Weltmacht im Baumwollhandel emporarbeiten konnten.
Den einzigen freien Markt entdeckte Rivoli nur in Tansania. Hier wird mit den Second-Hand-Kleidern ein reger Handel betrieben. Jeder kann an diesem Geschäft teilhaben und so seinen Lebensunterhalt finanzieren. Die Autorin widerlegt auf sehr eindruckvolle Art und Weise die weitläufige Ansicht, dass dieser Textilhandel mit Afrika eine weitere Ausbeutung durch die Industriestaaten bedeutet. Vielmehr ist er eine Chance für die Menschen vor Ort, langsam auch an Wohlstand zu gewinnen.

Ja, man muss das Buch mit Vorsicht genießen. Manchmal schwärmt Rivoli zu sehr vom freien Handel und lässt die teilweise prekären Arbeitssituationen außer Acht. Richtig ist jedoch ihre Theorie, dass das Wachstum der Textilbranche so wie in England des 18./19. Jahrhunderts, später in den USA, Japan, China und heute in Vietnam, Kambodscha oder Pakistan immer der Beginn einer Industrialisierung und von Wohlstand war und ist. Auch haben sich generell die Arbeitsbedingungen verbessert. Heute kommen Todesfälle in Textilunternehmen wesentlich seltener vor, als noch um 1900. Das darf jedoch nicht dazu führen, dass man sich bequem zurücklehnt – noch ist auf diesem Gebiet viel zu tun. Interessant finde ich den Ansatz, dass Politik in diesem Wirtschaftsbereich oftmals gut gemeinte Schutzbarrieren aufstellt, die letztlich zum Nachteil für alle sind. Ich würde dies zwar nicht generalisierend auf alle Branchen ausweiten, aber man kann sicherlich einige Beispiele dafür anführen - siehe Landwirtschaft.

Fazit: gut zu lesen, viele Details (besonders über die amerikanische Textilindustrie), nachvollziehbare Gedankengänge -> empfehlenswert!

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Dienstag, 4. Oktober 2005

Kulturtipp: Eichhörnchen auf Wanderschaft

Nach langer Zeit des Wartens ist es wieder soweit. Die Newcomerband "Eichhörnchen UND" gibt am kommenden Freitag um 21 Uhr im B.A.C.H ein Konzert. Dabei werden auch zahlreiche neue Lieder vorgestellt. Gute Stimmung ist sozusagen garantiert - und nicht nur, weil ich auch dort sein werde. :-)

was? Eichhörnchen UND Konzert
wann? Freitag, 7. Oktober 2005 - 21 Uhr
wo? B.A.C.H, Bachgasse 21, 1160 Wien (U6 Thaliastrasse, Straßenbahn 46 Feßtgasse)
Eintritt? 3 EUR

Links:
Offizielle Eichhörnchen UND Homepage
www.bach.co.at

Mittwoch, 29. Juni 2005

RAF-Ausstellung

Einen Linktipp bekam ich heute per mail zugeschickt. Unter www.neuegalerie.at könnt ihr Informationen zur heftig umstrittenen RAF-Ausstellung "Zur Vorstellung des Terrors: Die RAF", die derzeit in Graz zu sehen ist bekommen.
Soll ich nun ein wenig böse sein? Die Ausstellung ist leider nicht so ganz das wahre. Ich hab sie bereits in Berlin gesehen und war vor allem vom historischen Teil schwer enttäuscht. Da hätten mehr Erklärungen über die RAF und ihr Ziele stehen müssen - nicht nur Zeitungsausschnitte, die aufgrund des Besucheransturms nicht wirklich gelesen werden konnten. Die Kunst, die in dieser Ausstellung gezeigt wird, ist aber ausgezeichnet.

holgerkampf

Ein tolles Bild!

Montag, 16. Mai 2005

soeben gelesen...

Eine Tochter trifft ihre hoch betagte Mutter, die sie im Alter von vier Jahren verlassen hatte, um in Himmlers SS als KZ-Aufseherin einzutreten, das erste Mal seit 27 Jahren.
Dies ist die Rahmengeschichte für eines der besten Bücher, das ich zu diesem Thema jemals gelesen habe. Auf 175 Seiten beschreibt Helga Schneider, eine Österreicherin, die in Berlin den Krieg überlebte und heute in Italien lebt, in einer sehr emotionalen und berührenden Art das Treffen mit ihrer Mutter, die sie seit 1945 genau ein Mal gesehen hatte.
Die Mutter befindet sich in einem Seniorenheim am Stadtrand von Wien, ist nach wie vor durch und durch von nationalsozialistischem Gedankengut beeinflusst, und trotzdem versucht Helga Schneider mit ihr ins Gespräch zu kommen. Obwohl sie teilweise dabei scheitert, schafft sie trotz der unüberbrückbaren Differenzen eine gewisse Nähe zu diesem "fremden" Menschen aufzubauen. Die Schilderungen der Mutter gehen wirklich sehr unter die Haut (Wie kann man so menschenverachtend denken und derartige Gräueltaten Menschen antun?), werden aber von der Autorin mit Auszügen aus wissenschaftlicher Literatur verglichen und richtig gestellt.
Ein absoluter Lesetipp!

Link:
Helga Schneider - "Lass mich gehen"

Freitag, 11. Februar 2005

Strassennamen-Suchmaschine

Wieso heißt eigentlich meine Strasse so wie sie heißt? Eine Frage, die sich bestimmt schon ein jeder mal in Wien gestellt hat. Vor Jahren schon gab es Buch zu diesem Thema - nun ist auch eine Online-Suche auf www.wien.at möglich. Ganz toll!

Link:
www.wien.gv.at/kultur/strassennamen/

Donnerstag, 27. Januar 2005

TV-Tipp: für heute

Donnerstag, 27. Januar
60. JAHRESTAG DER BEFREIUNG DES KONZENTRATIONSLAGERS AUSCHWITZ
Uhrzeit: 14:03
Sender: ARD

HOLOCAUST – DIE GESCHICHTE DER FAMILIE WEISS (4)
Uhrzeit: 20:40
Sender: ARTE

IM WINTER WERDEN DIE TAGE LÄNGER
Dokumentation, Frankreich 2004, ARTE F, Erstausstrahlung
Regie: François Chayé
Uhrzeit: 22:25
Sender: ARTE

Mittwoch, 26. Januar 2005

TV-Tipp: Tag 3 des Themenschwerpunkts

Mittwoch, 26. Januar
HOLOCAUST – DIE GESCHICHTE DER FAMILIE WEISS (3)
Uhrzeit: 20:45
Sender: ARTE

KZ FALKENAU
Dokumentation, Frankreich 2004, ARTE F, Erstausstrahlung
Regie: Emil Weiss
Uhrzeit: 22:10
Sender: ARTE

Dienstag, 25. Januar 2005

TV-Tipp für jetzt!

Dienstag, 25. Januar
HOLOCAUST – DIE GESCHICHTE DER FAMILIE WEISS (2)
Uhrzeit: 20:45
Sender: ARTE

HOLLYWOOD UND DER HOLOCAUST
Dokumentarfilm, USA / Großbritannien / Deutschland 2004, Erstausstrahlung
Regie: Daniel Anker, Interviewpartner: Sidney Lumet
Uhrzeit: 22:20
Sender: ARTE

GESPRÄCHSRUNDE
Diskussion, Deutschland 2005, Erstausstrahlung
Gestern und heute: Die Shoa denken und übertragen
Uhrzeit: 23:55
Sender: ARTE

Montag, 24. Januar 2005

TV-Tipp: Holocaust

In dieser Woche findet vor allem auf ARTE ein Themenschwerpunkt zu "60 Jahre Befreiung von Auschwitz" statt. Zahlreiche hochkarätige Filme und Dokumentationen sind dort zu sehen. Den Anfang macht heute der erste Teil der Familiensaga "Holocaust" und eine Dokumentation über französische KZ-Überlebende, die jungen Menschen ihr Schicksal erzählen.

Montag, 24. Januar
HOLOCAUST – DIE GESCHICHTE DER FAMILIE WEISS (1)
Uhrzeit: 20:40
Sender: ARTE


WIR MÜSSEN DAS ERZÄHLEN!
Dokumentarfilm, Frankreich 2004, ARTE F, Erstausstrahlung
Regie: Daniel Cling, Pascal Cling
Uhrzeit: 23:00
Sender: ARTE

Mittwoch, 8. Dezember 2004

Jelinek-Rede

Wer es heute versäumt hat auf Ö1 im Abendjournal die Rede von Elfriede Jelinek zu hören, der hat die Möglichkeit sie im Netz abzurufen. Lest das!

Link
die Rede im Wortlaut

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