Magdeburg-Bilder online
Die Bilder unserer Magdeburg-Fahrt sind nun endlich online und können in der neuen Bildergalerie angeschaut werden.
bilder.pumberger.org
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Wir haben uns für das neue Jahr fest vorgenommen, mehr von Berlin und der näheren Umgebung kennenzulernen. Am Sonntag in der Früh haben wir dieses Vorhaben in die Tat umgesetzt. Bereits um Viertel vor 7 mussten wir aufstehen, denn kurz nach 8 fuhr unser Zug vom Hauptbahnhof ab. Unser Ziel war Magdeburg, die sachsen-anhaltinische Landeshauptstadt ungefähr 1 ½ Stunden von Berlin entfernt. Die Deutsche Bahn bietet am Wochenende ein vergünstigtes Ticket an, wodurch wir für hin und zurück insgesamt nur 33 Euro zahlen mussten – das Auto wäre auf jeden Fall teurer gewesen.
Magdeburg ist keine Stadt, in die man zwangsläufig reist. Weder ein großer Verkehrsknotenpunkt, noch größer Industrie befindet sich vor Ort. Die Innenstadt wurde im Zweiten Weltkrieg zu rund 98 Prozent zerstört und nicht mehr wiederaufgebaut. Hohe Arbeitslosigkeit bestimmt auch hier das Leben der Menschen, der Anteil an Rechtsradikalen hat der Stadt traurige Berühmtheit verschafft. Umso verwundert waren auch einige, denen wir im Vorfeld von unserer Kurzreise erzählt haben.
Magdeburg ist aber auch einer über 1200 Jahre alte Stadt, die einst das „dritte Rom“ genannt wurde. Oft musste die Stadt Zerstörungen durch Kriege und Katastrophe hinnehmen. Der Dreißigjährige Krieg, ein fruchtbares Feuer im 17. Jahrhundert und der Zweite Weltkrieg markieren sicherlich die traurigen Höhepunkte.
Der Regioexpress zuckelte gemächlich durch die leicht verschneite Landschaft Brandenburgs – für uns eine willkommene Gelegenheit noch ein wenig Schlaf nachzuholen. Nach der Ankunft im äußerlich schönen Hauptbahnhof von Magdeburg begannen wir sogleich mit unserer Erkundungstour. Eines fällt einem sofort auf: Es gibt hier unzählige Einkaufscenter und zwar mitten in der Innenstadt. Einkaufen ist also überhaupt kein Problem, allerdings verleiht das einer Stadt nicht unbedingt einen besonderen Charme, wenn ein modernes Center neben dem anderen steht. Dazwischen findet man riesige Wohnblöcke, teils verkommene Gebäude und versprenkelte Versuche die alte Bausubstanz zumindest ansatzweise wiederherzustellen. Ein Beispiel dafür ist das Magdeburger Rathaus am Alten Markt. Die Vorderfassade ist der Ursprünglichen zumindest nachempfunden, seitlich und dahinter findet man jedoch einen typischen – wenn auch renovierten – DDR-Zweckbau.
Auch die zahlreichen Kirchen der Stadt konnte und wollte man nicht mehr wieder vollständig rekonstruieren. Die schöne Johanneskirche wurde zum Beispiel zu einer Mehrzweckhalle umgebaut – sehr geschmackvoll. Ansonsten ist es bei den Kirchen wie im restlichen Ostdeutschland: Keine ist offen.
Nach einem Rundgang bei eisigem Wind gingen wir den Breiten Weg entlang bis zu einem der größeren Einkaufscenter. Ein Paar Schuhe und Handschuhe waren unsere Ausbeute. Der Breite Weg war einst eine wundervolle Barockstraße – ein, zwei Häuser zeugen noch von der früheren Schönheit. Besonders hervorzuheben ist die Hauptpost von Magdeburg, die eine wunderschöne Vorderfassade hat.
Seit 2005 ist Magdeburg um eine weitere einzigartige Sehenswürdigkeit reicher: Ein rosa Hundertwasserhaus. Diese Weltneuheit versucht die Stadt natürlich berühmt zu präsentieren. Wir schlenderten durch die Höfe des Gebäudes und nach einem kurzen Abstecher in der Stiftskirche St. Sebastian, machten wir uns auf in Richtung Dom – das Wahrzeichen der Stadt. Der Dom ist auch tatsächlich das Highlight der Stadt. Vor über tausend Jahren wurde bereits an der Stelle eine Kirche errichtet, von der allerdings nur noch die Grundmauern erhalten geblieben sind. Seit dem 13. Jahrhundert wurde an dem nun stehenden Bauwerk gearbeitet. Wir machten einen ausgedehnten Rundgang, besuchten das Grab von Otto I. und wanderten weiter zum ehemaligen Kloster Unser Lieben Frauen mit einem sehr schönen Rundgang.
Es ist in diesem Winter schwer zu glauben, aber es war wirklich sehr, sehr kalt. Tolles Wetter, viel Sonne, aber auch ein heftiger Wind führten dazu, dass wir ins Café des Hundertwasserhauses einfielen. Nach einer schönen Aufwärmpause gingen wir wieder langsam zurück zum Bahnhof und fuhren zurück nach Berlin.
Es war wichtig mal Magdeburg gesehen zu haben. Die Stadt ist einen Besuch wert; die vergangene Schönheit war streckenweise zu erkennen, aber die Zukunft Deutschlands wird nicht dort stattfinden.
| © www.pumberger.org, Wien 2006 |